Sottunga
Die grüne Insel mitten im Schärenarchipel
   
Start | Anreise | Sehenswürdigkeiten | Service | Geschichte
 
Wissenswertes
Einwohner: 120 pers.

Totalareal : 26.78 km2



Sottunga kommun
AX-22720 Sottunga
Tel. + 358 (0)18-55125
Fax: +358 (0)18-55260
E-mail


 
 
   

Geschichte


Gemeinde

Sottunga ist eine Inselortschaft in den östlichen Schären von Åland. Mit seinen Grenzen ist es wie ein dreizackiger Stern mit einer Zacke draußen im Meer Skiftet, eine im Meer Delet und eine in der Bucht von Kökar. Das gesamte Areal ist 342.47 Quadratkilometer, wovon 315.69 Wasser und 26.78 Land ist. Das bebaute Areal ist 154 ha und der Rest ist Wiesenland und Impediment. Der höchste Berg von Sottunga heißt Kasberget und ist etwa 25 m hoch. Eine Insel mit spezieller Natur ist Sandskär. Dörfer in den Randbezirken, die frühere oder immer noch feste Ansiedlung hat, sind Mosshaga im Norden und Finnö, Södö, Husö und Hästö im Süden. Husö ist niemals entvölkert worden und Neueingezogung nach Finnö ist stattgefunden.


Sandskär ist eine Insel mit eigenartiger Natur in dem Sottunga Archipel.


Naturbild von der westlichen Seite Sottungas.


Die Einwohneranzahl war am größten Ende des Jahrzehntes 1920 und erreichte damals beinahe 400. Jetzt sind wir etwa 130, eine Anzahl die verhältnismäßig stabil eine längere Zeit gewesen ist. Die Bevölkerungsprognosen, die im Jahrzehnte 1960 gemacht wurden, sind nicht eingetroffen. Man hatte vorausgesagt, dass die Einwohneranzahl im Jahrzehnte 1990 weniger als 25 sein sollte. Sottunga aber ist klein und zweifelsohne die kleinste Gemeinde in Finnland und vermutlich die kleinste in ganzem EU. Aber es gibt ein gutfungierender Grundservice, wir haben Schule (Klassen 1-9), Kindergarten, tägliche Gesundheitspflege, Laden, Postbewollmächtigter, Bank, Bibliothek, ”Internet Café”, eigene Pfarrei, eigene Kirche, Gemeindekanzlei, Helikoptertransport zum Krankenhaus, gute Verbindungen zu der Außenwelt, u.dgl.

Der Schulunterricht wurde im Anfang als umherziehender betrieben, d.h. man unterrichtete in kürzeren Perioden auf verschiedenen Platzen und der Lehrer reiste von Ort zu Ort. Die alte Schule wurde im Jahre 1903 gebaut und wurde im Jahrzehnte 1920 mit einer Lehrerwohnung (das jetzige Heimatmuseum) angebaut. Im Anfang wurde der Lehrerposten von dem Geistlichen handgehabt. Die jetzige Schule stand fertig im Jahre 1957. Während des Jahrzehntes 1920 wurde eigene Schultätigkeit für die Kinder in den südlichen fernen Dörfern betrieben.

Sottunga war abseits vom eigentlichen Postweg über Åland, aber es gab eine Reserveroute via Mosshaga und Sottunga, der benutzt wurde, wenn die Bucht Delet nicht befahrbar war. Eigenen Postverkehr zu Sottunga erhielt man im Jahre 1896 wenn ein Postamt in dem Bauernhof Nybondas eingerichtet wurde.

Dorfladen war in dem Häuschen Tännäs etwa in Jahren 1895-1930 betrieben worden und auf anderen Stellen, aber diese mussten allmählich aufhören, wenn man im Jahre 1921 die Genossenschaft Sottunga Andelshandel bildete und ein Laden in einem älteren Häuschen einrichtete. Dieser Kaufladen zog im Jahre 1937 in neue Lokalitäten ein. Der Laden wurde vergrößert und wurde im Jahre 1968 zu Selbstbedienungsladen umgebaut.


Exterieur von dem einzigen Laden des Ortes, eine Genossenschaft Sottunga Andelshandel genannt.


Eine eigene Telefongesellschaft wurde im Anfang des Jahrzehntes 1920 gebildet und anfangs konnte man nur binnen Sottunga telefonieren. Ungefähr 1930 wurde eine Linie nach der Nachbargemeinde Föglö gezogen und man erhielt Kontakt mit der Umwelt, obwohl die Hörbarkeit schlecht war. Von allen Erfindungen die während der Zeit meiner Großmutter erschienen, war der Fernsprecher ihrer Meinung nach die beste.

Die Elektrifizierung von Sottunga kam im Jahre 1957. In demselben Jahre wurde ein Mast auf den Berg Ormhälla aufgeführt, um Fernsehprogramme von Europa nach Finnland zu übertragen.

Die Jugendvereinigung ”Hembygdens Vänner i Sottunga” (Die Freunde der Heimat in Sottunga) wurde in 1907 gebildet. In 1927 wurde eine alte russische Kaserne aus Föglö nach Sottunga gezogen und zu Jugendlokal umgebaut, der Sunnanberg genannt wurde. Mittsommerbaum ist seit dem 19. Jahrhundert aufgerichtet worden.

Sottunga ist niemals ein großer und viel besuchter Turistort gewesen. Der letzte Gasthaus und einige Familiehäuser entnahmen die ersten Sommergäste. Heutzutage gibt es zwei Feriendörfer, ein auf Sottunga mit etwa 20 Häuschen und ein auf Husö mit etwa 30 Häuschen.

Im Jahre 1989 wurde Sottunga Heimatsvereinigung gegründet, die in verdienstvoller Weise das alte Schulgebäude zu Versammlungs- und Ausstellungslokal renoviert hat.


Hembygdsgården (Der Heimatshof). Auf dem Berg dahinter steht das erste Windkraftwerk Ålands.

Kommunikationen

Die Kommunikationen von und nach Sottunga wurden früher völlig auf eigenen Kielen getan. Bei ungünstigem Wetter konnten bis zu 50 Durchreisender auf Sottunga einquartiert sein. Wir sind im Anfang des 20. Jahrhunderts, als ein regelmäßiger Routeverkehr angefangen wird, denn an die neugebaute Brücke. Es gab Fahrzeuge vieler verschiedener Arten und Größen die einander ablösten und das charakteristischste war immer die große Unsicherheit über die Ankunftszeit des Boots. Von Sottunga ging der Verkehr südwärts nach Kökar. Der Winter brachte immer Probleme. Wenn Verkehr überhaupt vorkam, war es während Eiswinter schwer an die Brücke zu gehen. Waren und Fahrgäste mussten neben der Fahrrinne abgeholt werden. Auf Buskskär wurde eine Wachthütte für den Brückewächter erbaut, dessen Aufgabe zuzusehen war, dass die Leute nach den äußeren Dörfern und Kökar die Fahrrinne überschreiten konnten. Die Entwicklung nahm einen großen Schritt vorwärts, wenn m/s Kökar im Jahre 1967 täglicher Verkehr nach festem Åland brachte.

Heute ist das Hafengebiet mit Gastbrücken, Gaststätten, einer Serviceanlage für Bootturisten und Radfahrer und einem Kiosk ausgerüstet.


Der eine der zwei Fährschiffe, die die Sottungabewohner zu und von der Insel befördern. Dieses heißt m/s Gudingen und der andere heißt m/s Skiftet.

Schiffe

Ende des 19. Jahrhunderts begann eine umfassende Schiffart. Galeassen brachten Brennholz von den Schären nach Stockholm und nahmen Eisenerz aus Uppland nach Dalsbruk. Fischkastenschiffe segelten mit lebenden Fischen in Fischkasten aber auch mit anderen Waren. Die Anzahl Sottungaschiffe vermehrte sich von Jahr zu Jahr und war am größten in 1911, wenn es an die wenigstens 16 Schiffe gab. Dione und Frid II sind die einzigen größeren Schiffe die als neue für Sottungabewohner gebaut wurden. Das letztgenannte Schiff wurde auf Sottunga gebaut. Diese Epoche aufhörte im Ende des Jahrzehntes 1930.

Allgemeine Geschichte

Sottunga erhielt seine feste Bevölkerung zu derselben Zeit als dem übrigen öst-ålandische Schären, d.h. im Laufe des 11. Jahrhunderts. Aber es gibt Spüre von noch älterer gelegentlicher Bevölkerung. Es ist die Frage von ringförmigen Steinkisten, 4-5 m in Diameter, die wahrscheinlich Reste von Ubernachtungswohnsitzen sind, die von Jägern benutzt wurden. Die Zeit wovon Sottunga feste Bevölkerung gehabt hat, kann ungefährlich mit der Hilfe von Ortsnamen und mit Kenntnis von der Landhebung festgestellt werden, d.h. man kann feststellen, wo die Uferlinie lag wenn die Insel bevölkert wurde. Also müssen die Namen oberhalb der damaligen Uferlinie typische Landnamen sein, wie z.B. "kärr", "näs", "berg", "dal" wenn dagegen die Namen unterhalb dieser Linie sollen mit Wassergebiete zu tun haben, z.B. "vik", "holm", "sund" (obwohl sie heute auf trockenem Land sind). Die Grenze zwischen den Namenstypen geht ca 5 m über das heutige Wasserniveau und dieses gibt der Zeitpunkt der Einzug, der 11. Jahrhundert.

Der Name Sottunga gehört zu einer Gruppe Ortsnamen, die sehr alte sind. Es ist bedeutlich älter wie aus dem 11. Jahrhundert und beschreibt einen Ort wo Leute leben, d.h. Sottunga kann nicht der Name der Insel gewesen sein, ehe sie bevölkert wurde, sondern wahrscheinlich ein Name, den die erste Bevölkerung mit sich hierhin brachte.

Wahrscheinlich gab es ursprünglich etwa 13 Bauerhöfe auf Sottunga. Im Jahre 1661 gab es nur zehn Haushalte und im Jahre 1675 ist ein Bauer nach Finnö übersiedelt, womit er seinen Bauerhof an die neun Bauern, die da blieben, geschenkt hat. Seit dem ist es neun Bauerhöfe auf Sottunga gegeben und fünf von den Hofnamen haben seinen Ursprung in einem Vorname. Diese Persöne sind alle Mitte des 17. Jahrhunderts gelebt.

Eine andere Bevölkerung auf Sottunga entstand, wenn man Bootsmannshäuschen zu bauen begann. Die Namen der Bootsmänner waren Qwick, Strömbäck und Styf. Der letzt erwähnte wohnte auf Finnö.

Kätnerbevölkerung begann erst im 19. Jahrhundert zu erschienen, und mehrere von den Häuschen stehen noch da. Die Kätner waren meistens auch Handwerker, wie Schuhmacher, Schneider, Dreher, Tischler oder Schiffer und Seemänner auf eigene Schiffe oder Schiffe von anderen.

Im 17. Jahrhundert war die Anzahl auf Sottunga wohnende Personen etwa 70. Im Anfang des 18. Jahrhunderts traf der große nordische Krieg ein. Der ganze Åland floh nach Schweden in Jahren 1714-22. Nach Sottunga kehrten die alten Familien nach allen Höfen zurück, außer nach Mosshaga. Alles war übergewachsen, zerstört und abgebrannt. Betreffend die Kirche ist aufgezeichnet worden, dass die Altargemälde zusammen mit der Kapelle abgebrannt worden war.

Während der finnisch-russischen Krieg in Jahren 1808-09 praktizierten die schwedische Soldaten die Taktik der gebrannten Erde und hatten im Januar 1809 fast alle Gebäude abgebrannt, was große Kummer für die Ortsansässigen verursachte. Die Bevölkerung musste nach der Nachbargemeinde Föglö mit Vieh und allem fliehen und wenn die Tiere auf dem Eis herumschlitterten, wurden sie von den Soldaten totgeschlagt. Die neuen Gebäude wurden anderswo aufgezimmert und dann heruntergenommen und nach Sottunga umgezogen. Es dauerte mehrere Jahrzehnte Sottunga wieder aufzubauen.

Eine Einritzung in einem Felsen deutet darauf, dass König Gustaf IV Adolf im Jahre 1800 das Gebiet besucht hat.

Wenn das Lotsenamt im Jahre 1912 verrussischt wurde, weigerten die meisten Lotsen seinen Dienst fortzusetzen. Ein Seeman aus Sottunga wurde während des ersten Weltkriegs in Deutschland interniert und als verschwunden betrachtet. Er kehrte nach etwa 3 Jahre zurück. Der Feldscher Viktor Gensel, auf dem Abhang der Altaibergen in Sibirien geboren, ”blieb zurück” wenn die Russen im Jahre 1917 sich aus Åland zurückzogen und wohnte während des Restes seines farbigen Lebens auf Sottunga und ernährte sich als Fischer. Er var ”der Arzt” des Ortes und verkaufte Medikamente aus einem Apothekenschrank.

Die Emigration verlockte auch mancher Sottungabewohner und die meisten zogen nach Amerika (etwa 100 Personen). Fünf Geschwister Lindström zogen nach der Gegend von Seattle, eine Person blieb in Deutschland und einige fuhren nach Australien. Mitte des 20. Jahrhunderts war Emigration nach Schweden gewöhnlich.

Während der Winterkrieg 1939-40 wurden viele Bomben über Sottunga abgeworfen. Man versuchte Fahrzeuge, die neben der Brücke und bei Husö lagen, zu treffen und mehrere Bombengruben sind ein Resultat davon. Am 24. Januar 1940 wurde das Frachtschiff s/s Notung nordöstlich von Sottunga versenkt, wo es im Eis lag. Die Besatzung könnte sich an Land retten. Im Endstadium des zweiten Weltkriegs waren drei Sottungabewohner als finnische Seemänner im Konzentrationslager Stutthof in Deutschland interniert. Alle kamen Entbehrungen zum Trotz mit dem Leben davon und kamen allmählich nach Hause.

Die Kirche

Im Jahre 1544 wird Sottunga in den Urkunden als eine Kapelle genannt. Selbst die Gebäude, eine Seefahrerkapelle, soll die Überlieferung nach etwa 1 km von der heutigen Kirche gestanden sein. Der Platz wo die Kirche heute steht, wurde ersten mal im Jahre 1661 bebaut. Diese Kirche wurde während des Grossen Unfrieden verbrannt. Die neue wurde auf demselben Platz erbaut. Am östlichen Ende der Kirche wurde ein Turm gebaut, den später abgerissen wurde und Platz für ein Chor gab. Ein Glockenturm, der heutige, wurde im Jahre 1770 gebaut. Eine umfassende Renovierung und Anbau wurde im Jahre 1802 durchgeführt. Die Kirchenmauer wurde in 1838 erbaut. Das heutige Altargemälde ist von P. Berggren in Stockholm im Jahre 1845 gemalt worden und vorstellt die Kommunion. Das Kirchenschiff wurde im 18. Jahrhundert von einem Kökarbewohner gemacht, der ein Versprechen gegeben hatte, dass er zwei Kirchenschiffe, ein für Kökar und ein für Sottunga, bauen würde, wenn er aus Gefangenschaft bei Seeräubern im nördlichen Afrika mit dem Leben kommen würde. Eigener Geistliche bekam Sottunga erst im Jahre 1708.


Die kleine Holzkirche von Sottunga. Auf diesem Platz seit 1661.


Der Friedhof fällt schön gegen der Kirchebucht ab.

 

Die Södö Gruben

Die Entdeckung von Eisenerz auf Södö wurde im Jahre 1835 gemacht, nach Hinweis vom Lotsaltmeister. Probebrechen wurde im Jahre 1839 eingeleitet und wirkliches Brechen wurde im Sommer in Jahren 1843-47 getan. Insgesamt wurde nur etwa 1700 ton Eisenerz gebrochen und das ganze Unternehmen wurde als ein Fiasko angesehen. Am Anfang bestand die Belegschaft aus 35 Männer und je nachdem der Sommer verging, fang man an nach Hause zu fahren um Heu zu bergen, und von dem Rest war ein Teil vieles zu Trunkenheit verfallen. Ein anderes Jahr wurde der Betrieb von 10 Gefangenen handgehabt. Der Pulverkeller steht noch auf Södö.

Die Lotsenplätze

Sottunga ist immer neben der großen Fahrrinne zwischen Schweden und Finnland gewesen und die Hauptfahrrinne führte durch Småsottunga (Finnö), aber wird jetzt ”die kleine Fahrrinne” genannt, weil die Landerhebung die Fahrrinne untief getan hat. Die heutige ”große Fahrrinne” kam im 18. Jahrhundert.

Hier gab es zwei Lotsenplätze, nämlich Sottunga Lotsenplatz und Mosshaga Lotsenplatz. Auf Mosshaga wirkten Lotsen beinahe ausschließlich als wohnende auf Mosshaga. Dieser Lotsenplatz wurde in 1918 eingezogen und nach der Nachbargemeinde umgestellt. Sottunga Lotsenplatz lag neben der wichtigsten Fahrrinne und ist hier gewirkt, jedenfalls seitdem der Bauer nach Finnö im Jahre 1675 zog. Sälsö Lotsenhaus wurde in Jahre 1857 gebaut und ist der Arbeitsplatz für viele Generationen von Sottungabewohnern gewesen. Die Tätigkeit aufhörte 1968 nach 300 Jahre, als sie nach festem Åland umgestellt wurde.


Grundgewerbe


Ein Winterbild von Norrby.

Ackerbau war in älteren Zeiten anspruchslos und bedeutend nur für den eigenen Haushalt. Jagd und Fischfang sind deswegen zwei wichtige Gewerbe gewesen und gaben Möglichkeit Bargeld zu verdienen. Die Jagd war wichtig, besonders die Robbejagd, aber die Ausübung ist schon vor langem aufgehört. Frühlingsjagd auf Seevögel hatte große Bedeutung für Anschaffung von frischem Fleisch nach der Winterperiode und das geht noch fort. Der Fischfang hat viele verschiedene Perioden durchgelebt mit verschiedenen Fanggeräten und Fischfang verschiedener Typen. Hechtfischfang mit Reuse und Strömlingsfischfang mit Netzen waren in älteren Zeiten die gewöhnlichsten Methoden. Noch dazu wurde im Sommer Strandnetze für Hechte gezogen.

Der Strömlingsnetzfischfang gehörte zusammen mit der Erntezeit, man erntete und dreschte am Tage und fischte abends und morgens. Die Jahrzehnte 1940 und 1950 sind von Winternetzfischfang nach Strömling charakterisiert. Zeitweise waren die Fänge sehr groß und trugen in einer bedeutenden Weise zu der Versorgung bei. Zu dieser Zeit könnte man schon Fisch als frisch nach Turku senden. Der Fischveredlung, was in ganz großem Ausmaß in Sottunga vorgekommen ist, ist Räucherung von Strömling. Räuchereien wurden in vielem Fischhafen gebraucht. Während der Jahrzehnten 1960 und 1970 wurde Strömling mit dem Trawler ”Vasti” gefischt, später in derselben Periode auch Dorsch mit Netze. Heute wird Fischfang nur für den eigenen Haushalt betrieben.


Bootshäuser und Geräteschuppen am Strand im Fischerdorf Skage.

Die Landwirtschaftnahrung nahm doch 1952-53 eine neue Richtung, die sehr vieles für Sottunga bedeutet hat und für ihre Möglichkeit als selbständige Gemeinde fortzuleben. Damals einleitete man Anpflanzung von Zuckerrüben und fang die Milchlieferungen nach der Molkerei an. Niemand konnte denn ahnen, welche gute Kombination von Tätigkeiten man eigentlich gefunden hatte. Diese Kombination lebt noch heute fort, obwohl die Anzahl von Ausüben fortgehend abnimmt, doch so, dass der ganze Ackerbauboden tätig benutzt ist. Die Rübenaufnehmung am Spätherbst und das Laden von Rübenfrachtern gehört zum Bild und die ganze Rübenhantierung auf Sottunga fordert viel Arbeit.

Milch zur Molkerei zu schicken bedeutete im Anfang eine kleine Revolution, weil man jetzt für die Milch auch Geld bekam. Im Anfang etwa 1952-67 war die hauptsächliche Frage den Milchtransport einzurichten. Damals wurde das mit Motorboot getan. Seit 1967 gehen die Transporte mit den Fährschiffen der Provinz. Im Anfang wurde Milch von den meisten Haushalten geliefert. Sie waren denn etwa 40, wenn dagegen die Anzahl Lieferanten heute drei sind. Die totale Menge gelieferter Milch ist heute vierfach, obwohl die Anzahl Kühe denn größer als heute war. Man wurde davon überzeugt, dass es lohnend war, Milch zur Molkerei zu senden, als man konstatieren konnte, dass eine Kuh nicht die erforderliche Menge Milchprodukte für eine Familie gab, ob alles zu Hause getan wurde, wenn es dagegen Geld gab, ob man Milch fortschicken und Butter kaufen würde.

Trotz moderne Maschinen und Milchtanks ist immer noch die Sennhüttearbeit und die Milchhantierung eine mühsame, schwere und zeitgebundene Arbeit, obwohl es heute von einem wohlfunktionierenden Ersatzkraftsystem erleichtert wird.

Die Schlussfolgerung ist, dass die Kombination von Milchvieh, Zuckerrübeanbau, begrenzten Ackerflächen und der Wille zu emsiger Arbeit glückhaftich für Sottunga gewesen sind. Man hat noch das Grundbewerben. Das negative ist, dass Tiere und Ackerbau nicht mehrere Jobs hervorbringen.

Die Sottungabewohner sind berühmt für seiner Eintracht und Wille zu emsiger Arbeit. Durchreisender E.D. Clark schrieb schon 1799, dass ”sie sind die schicksten und kräftigsten unter den Åländern”. Die Emsigkeit äußert sich als Fleißigkeit und Fähigkeit das maximales zu tun.

Die Anwesenheit von starken Persönlichkeiten und Lehrmeistern, sowohl in Vergangenheit als in Gegenwart, darf nicht unterschätzt werden. Als bekannt ist, hat die Geistlichkeit große Einwirkung auf das Gemüt und die Lebensauffassung der Bevölkerung gehabt, speziell in vergangener Zeit. Sehr wahrscheinlich ist, dass der Kaplan Johan Salmelin in sehr großem Umfang die Sottungabewohner beeinflusst hat, wahrscheinlich bis zur unserer Zeit. Er war wirksam als Geistlicher in langen 53 Jahren, zwischen den Jahren 1792 und 1845.

Text: Björn Rönnlöf
Übersetzung: Birgitta Granvik